
Update vom Forschungsaufenthalt in Boston
SeitmehralszweiMonatenabsolviertProf.Dr.FelixSchönratheinForschungsaufenthaltalsClinicalandScientificScholaramCenterforAdvancedHeartDiseasedesBrighamandWomen’sHospital(BWH),finanziertundorganisiertvonderStiftungDeutschesHerzzentrum.SeineZeitistgeprägtvonintensiverklinischerArbeitsowieengerwissenschaftlicherZusammenarbeitunterderLeitungvonProfessorMandeepR.Mehra.
Klinische Einblicke und Ausbildung
Im Rahmen der klinischen Tätigkeit am BWH konnte Prof. Schönrath Einblicke in die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzschwäche in den USA gewinnen. Dabei stehen auch Verfahren im Fokus, die in Deutschland derzeit nur eingeschränkt verfügbar sind. Dazu gehört insbesondere die Herztransplantation nach sogenanntem Kreislaufstillstand des Spenders (Donation after Circulatory Death, DCD) sowie moderne Bluttests (cell-free DNA), mit denen eine mögliche Abstoßung eines transplantierten Herzens frühzeitig und ohne Gewebeprobe erkannt werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung mit sogenannten mechanischen Herzunterstützungssystemen (MCS), die bei schwerer Herzschwäche eingesetzt werden. Diese Erfahrungen ermöglichen neue Einblicke in aktuelle Behandlungsstrategien. Zusätzlich bietet der Vergleich der organisatorischen Strukturen des Mass General Brigham mit europäischen Zentren interessante Perspektiven für die Weiterentwicklung von Versorgungssystemen.

Wissenschaftliche Tätigkeiten
In der ersten Hälfte des Aufenthalts konnte er an drei wissenschaftlichen Projekten mitarbeiten:
- Medikamente bei Herzunterstützungssystemen: Untersuchung, wie bestimmte Herzmedikamente die Verträglichkeit von künstlichen Herzpumpen beeinflussen und möglicherweise Komplikationen wie Blutungen oder Schlaganfälle reduzieren können.
- Herz- und Nierentransplantation: Analyse der langfristigen Ergebnisse bei Patientinnen und Patienten, die eine kombinierte oder erneute Transplantation benötigen, mit besonderem Fokus auf die Nierenfunktion.
- Zukunft der Herzmedizin: Entwicklung eines Ausblicks darauf, wie sich Herztransplantation und Herzunterstützung in den nächsten Jahrzehnten durch neue Technologien und künstliche Intelligenz verändern könnten.
Forschungsprojekt: TAPER-HT
Ein zentrales Projekt ist die Studie TAPER-HT, die untersucht, ob und wie Kortison nach einer Herztransplantation früher und gezielter reduziert werden kann. Kortison ist wichtig zur Vermeidung von Abstoßungen, kann aber langfristig Nebenwirkungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Infektionen verursachen.
Ziel der Studie ist es, die Behandlung sicherer und verträglicher zu machen. Dabei werden moderne Methoden genutzt, um sowohl körperliche Belastungen als auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten genau zu erfassen. Die Studie wird gemeinsam mit Zentren in den USA und Europa durchgeführt, da sich die Versorgungssysteme und Rahmenbedingungen deutlich unterscheiden. Dieser internationale Ansatz soll helfen, langfristig einheitlichere und schonendere Behandlungsstandards zu entwickeln.
Ausblick
In der zweiten Hälfte des Aufenthalts stehen der Abschluss der wissenschaftlichen Arbeiten sowie die Vorbereitung der Ethik-Anträge für die TAPER-HT-Studie im Vordergrund.